Rasse

Deutscher Spitz - Zwergspitz – Pomeranian – Pomi – Pom – Pom Pom  - King of Toys, alles Namen die für diese tolle Rasse verwendet werden. So vielfältige wie die Namen, ist auch der Charakter dieser  wunderschönen Zwerg Hunde.  Sehr anhänglich, lebhaft, äußerst aufmerksam und gelehrig  um nur einige seiner schönen Wesens – Merkmale zu nennen.  Gerne stelle ich Ihnen die Rasse hier etwas genauer vor.
Die Rasse Bezeichnung lautet eigentlich Deutscher Spitz. Unter dieser Bezeichnung werden der Wolfsspitz / Keeshond, der Großspitz, der Mittelspitz, der Kleinspitz und der Zwergspitz / Pomeranian geführt, wobei der Pomeranian der kleinste und Beliebteste ist.
Spitze gehören zu den ältesten  Hunderassen Europas.  Über den Ursprung der Rasse gibt es verschiedene Theorien.  Eine besagt, dass Deutsche Spitze Nachkommen des steinzeitlichen Torfhundes seien. Eine andere geht davon aus, dass  Spitze mit den Wikingern aus den skandinavischen Ländern nach Europa kamen.  Frühere Exemplare waren deutlich grösser und schwerer als die heute bekannten.  Es existierte auch noch keine Trennung zwischen Kleinspitz und Zwergsitz.  Erste Hinweise auf die Existenz eines Pomeranian findet man im Jahre 1760. Als die Königin von England 1761 zwei Hunde von Deutschland aus der Region von Pommern (Region im Nordosten Deutschlands und im Nordwesten Polens) nach England brachte, wurden die Hunde schnell nach ihrem Ursprungsort „Hunde von Pommern“ bekannt.  Später wurde daraus der Pomeranian. Der britischen Königsfamilie mit ihrer Hundezucht, war es zu verdanken, dass der Pomeranian die Ersten, viel kleineren und leichteren Nachzuchten  hervorbrachten. Im Ursprungsland Deutschland dauerte es bis 1974 bis der Zwergspitz im Standard aufgenommen wurde.
Beim Phänotyp, also dem Aussehen, ist eine ständige Entwicklung  zu beobachten. Dem aufmerksamen Betrachter ist sicher schon aufgefallen, dass es zwei ziemlich unterschiedliche Typen von Pomeranian gibt. Wir persönlich haben uns eher dem „amerikanischen, kanadischen, englischen“ Typen verschrieben, möchten aber überhaupt nicht werten, welcher Typ nun schöner oder gar gesünder ist. Das Aussehen ist eben auch Geschmacksache.  Der „deutsche Typ“ wenn man dem so sagen darf, ist eher ein verzwergter Kleinspitz. Der moderne Pomeranian  ist im Gegensatz zu früher eher etwas kürzer in der Schnauze, länger und fülliger im Haar, muskulöser  und stabiler. Zwerghunde im Allgemeinen und Zwergspitze im speziellen, sind die letzten Jahre international immer populärer geworden.  Dies birgt auch Gefahren.  So sind in den letzten Jahren vor allem in Amerika „Mini Zwerge“ zu einem beliebten Mode Accessoire und somit zu  einem großes Geschäft geworden. Dies auf Kosten der Gesundheit der Hunde. 
Durch die größere Verbreitung  der Rasse und die nicht überall gleichen Standards, gibt die Größe und die verschieden Farbschläge immer wieder Diskussionsstoff. So wurden zum Beispiel zu große Pomeranian umgeschrieben und als Kleinspitz eingetragen, was für beide Rassen meist  nicht zufriedenstellend ist.  Da es keine Vorschrift gibt, welche Farbkreuzungen vorgenommen werden dürfen, äußern einige Züchter bedenken, was die Reinerhaltung der Farben betrifft.  Hoffen wir, dass Sie nicht recht bekommen und wir uns auch in einigen Jahren noch ein vielen klaren Farben erfreuen können. 
Der Standard beschreibt das Aussehen des Pomeranian wie folgt:
Spitze bestechen durch ein schönes Haarkleid, das reichliche Unterwolle abstehend  macht. Besonders auffällig ist der sich um den Hals legende, starke, mähnenartiger Kragen und die buschig behaarte Rute, die kühn über dem Rücken getragen wird. Der fuchsähnliche Kopf mit den flinken Augen und die spitzen kleinen engstehenden Ohren verleihen dem Spitz das ihm eigene charakteristische kecke Aussehen.
Für uns ist der Pomeranian einfach ein wunderschöner Hund, der mit seinem Aussehen und Ausdruck einfach jeden um den Finger wickelt.
Spätestens dann, wenn man sein wunderbares Wesen erkennt, ist man fasziniert von der Rasse.  Seine Anhänglichkeit zu Ihm bekannten Personen ist absolut herzerwärmend.  Seine lebhaft, fröhliche Art begeistert einfach jeden. 

 

Krankheiten

Alopezie X

Vorkommen


Die Alopezie X kommt familiär gehäuft vor beim Spitz, Husky, Alaskan Malamute, Samojede, Keeshond, American Eskimo Dog, Chow-Chow und auch beim Zwergpudel.


Verschiedene Namen der Alopezie X


Alopezie steht für Haarlosigkeit und X für die Tatsache, dass wir heute trotz intensiver Forschung an dieser seltsamen Erkrankung immer noch nicht viel über die Ursache wissen. Eine hormonelle Störung in den Haarwurzeln wird vermutet, gleichzeitig sind die verschiedenen Hormonspiegel im restlichen Körper aber normal. Die meisten Studien haben wir mit Zwergspitzen durchgeführt.


Die Alopezie X hat viele verschiedene (ältere) Namen:


Pseudo-Cushing-Syndrom, Wachstumshormon-abhängige Dermatose des erwachsenen Hundes, Kastrations-reaktive Dermatose, Östrogen-reaktive Dermatose, Testosteron-abhängige Dermatose, Biopsie-abhängige Dermatose, Störung der adrenal-produzierten Sexualhormone, kongenitales Nebennierenrinden-Hyperplasie-ähnliches Syndrom und der bei den Züchtern

beliebte Name BSD (black skin disease).


Krankheitsbild


Erste Zeichen der Alopezie X tritt meist im Alter von 9 bis 24 Monaten auf, manchmal aber auch später. Rüden sind von der Alopezie X häufiger betroffen als Hündinnen. Die Erkrankung wird durch einen langsam fortschreitenden Haarverlust charakterisiert, wobei die Haut nicht entzündet (gerötet oder verdickt) ist. Das Haar erscheint zuerst spröde und matt bevor es

ausfällt, manchmal wird auch eine Farbveränderung beobachtet (ausbleichen, aufhellen). Später ist ein fast vollständiger Haarverlust im Bereich des Rumpfes, des Nackens, der Oberschenkel und der Rute zu beobachten. Der Kopf und die Vorderbeine bleiben normal behaart. Die veränderten Hautstellen sind zum Teil schuppig und trocken anzufühlen. Kahle Hautareale, welche dem Sonnenlicht ausgesetzt werden, zeigen eine dunkle Pigmentierung. Aus diesem Grund wird die Erkrankung im englischen Sprachraum auch als BSD (black skin disease) bezeichnet. Es kann spontan oder auch durch Behandlungsversuche zu einem

erneuten Wachstum der Haare kommen, welches allerdings meist nicht dauerhaft anhält. Wichtig zu wissen ist, dass diese Hunde sonst gesund sind und keine anderen Beschwerden im Zusammenhang mit dieser Erkrankung haben.


Diagnose


Die Diagnose Alopezie X muss durch einen Tierarzt gestellt werden. Es gibt verschiedene sehr ähnlich aussehende Krankheiten, die zu einem fortschreitenden, nicht entzündlichen Haarverlust führen können. Die meisten kann der Tierarzt bereits durch einen Vorbericht und eine klinische Untersuchung ausschliessen. Zudem muss eine Schilddrüsenunterfunktion und eine Nebennierenüberfunktion (Cushing, Hyperadrenocortizismus) durch Blut- und Urinuntersuchungen ausgeschlossen werden. Eine zusätzliche Möglichkeit die Diagnose abzusichern, ist die histopathologische Untersuchung mehrerer Hautbioptate (Hautprobe von ca. 6 mm Durchmesser).


Genetik


Äußerst wichtig für den Fortbestand einer gesunden Hunderasse werden züchterische Maßnahmen sein. Hierbei ist zu bedenken, dass es sich bei der von Alopezie X betroffenen Hunderassen der Spitze um relativ kleine Populationen handelt, bei denen in den letzten Jahren stark mit betroffenen Hunden gezüchtet wurde. Mit erkrankten Tieren sollte nicht gezüchtet werden, um eine weitere Verbreitung der Erkrankung in der Spitzpopulation einzudämmen. Das Institut für Genetik der Vetsuisse-Fakultät an

der Universität Bern (Arbeitsgruppe Prof. Dr. Tosso Leeb) führt eine Studie zur Aufklärung der Ursache und zur Entwicklung eines Gentests für die Alopezie X durch und benötigt dazu EDTA Blutproben von erkrankten und gesunden Spitzen (Zwergspitz, Kleinspitz, Mittelspitz, Grossspitz, Wolfsspitz). Inzwischen werden sowohl Proben von Einzeltieren als auch von ganzen Familien gesammelt.


Therapie


Da die Gesundheit der mit Alopezie X erkrankten Tier nicht beeinträchtigt ist, muss die Erkrankung nicht unbedingt therapiert werden. Ein Mänteli kann helfen, dass die Tiere bei garstiger Witterung nicht frieren. Falls die Therapie dennoch erfolgen soll, verfolgt sie einerseits das Ziel, das Haarwachstum wieder zu stimulieren und andererseits auch die trockene und spröde Haut- und Fellqualität zu verbessern.


Haarwachstumsfördernde Therapien:


die Kastration kann beim Rüden eine vorübergehende (-3 Jahre) oder eine andauernde positive Wirkung auf das Fellwachstum haben verschiedene schwächere und stärkere Medikamente können in Tablettenform verabreicht werden, wobei zu empfehlen ist, bei den schwächeren zu beginnen. Bei den stärkeren Medikamenten muss der Hund regelmässig vom Tierarzt überwacht werden (mit Blutkontrollen). Nicht alle Hunde sprechen auf diese verschiedenen Therapieformen an, manchmal bleibt die Haarlosigkeit bestehen, schreitet sogar fort oder verbessert sich auch ohne Therapie.


Pflegende Massnahmen zu Verbesserung der Haut- und Fellqualität:


essentielle Fettsäuren über das Futter verabreicht Schuppenlösende Shampoos Spraybehandlung mit Pflegeprodukten (Babyoel und anderes) Diese pflegenden Massnahmen werden meist kombiniert angewendet. Bei gutem Ansprechen benötigen die Hunde die verabreichte Therapie meistens lebenslang. 

Pomeranian mit Alopezie X
Pomeranian mit Alopezie X

Ein an Alopezie X erkrankter Zwergspitz / Pomeranian

 

Quelle : Text und Bild

Dr. med. vet. Silvia Rüfenacht
Spezialtierärztin für Dermatologie, Dipl. ECVD
Muhenstrasse 56
5036 Oberentfelden

www.dermaved.ch

 Patellaluxation

Die Patellaluxation, das bedeutet eine Verlagerung der Kniescheibe aus ihrer Gleitrinne im Oberschenkelknochen, ist ein weit

verbreitetes Problem bei vielen Zwerghunderassen.

Die Ursache für die Entstehung der Erkrankung ist nicht vollständig geklärt. Eine zu flach ausgebildete Gleitrinne und Abweichungen in der Knochenachse zwischen Ober- und Unterschenkel stehen häufig in Verbindung mit Luxationen der Kniescheibe. Die Erkrankung ist meist nicht von Geburt an vorhanden, sondern entwickelt sich während des Wachstums innerhalb des ersten Lebensjahres. Bei frühem Erkennen kann mit einer entsprechenden Behandlung den Hunden geholfen werden, damit es nicht zur Entstehung von Gelenksschäden kommt. Weiterhin kann durch züchterische Konsequenzen langfristig das Auftreten der Erkrankung vermindert werden. Dazu bedarf es der Mithilfe von Besitzern, Züchtern und Tierärzten.


Anmerkung: Beim Schweizerischen  Club für Spitze ist für Zuchthunde die Untersuchung der Patellaluxation obligatorisch.


Quelle: Schweizerische Vereinigung für Kleintiermedizin

             www.svk-asmpa.ch/

Autor: Dr. med. vet. Stefan Grundmann